Herstellung

Steinzeug – inspiriert von Art déco und fantastischen Geschichten
In der Tradition bodenständiger Handwerkskunst entsteht die Form auf der Töpferscheibe. Dort wird sie solange verfeinert, bis sie ihre endgültige, kunstvolle Form gefunden hat. Im lufttrockenen Zustand engobiere ich sämtliche meiner Werke partiell, überziehe sie also teilweise mit einem eingefärbten Tonschlicker. Dabei verwende ich gern eine Sinterengobe, die im Glasurbrand bei 1230 Grad gebrannt wird und zu einem anthrazitfarbenen, glasurähnlichen Überzug ausfließt. Dann folgt das Scraffito: Mit dieser ältesten keramischen Gestaltungstechnik ritze ich meine Entwürfe – mal floral inspiriert, mal strenger und geometrisch.

Es folgt der erste Brand, der Schrühbrand oder auch Vorbrand bei 910 Grad. Ich glasiere mit unterschiedlichen Feldspatglasuren und setze so charaktervolle Akzente, die die Tragweite der Form unterstreichen, die Malerei stützen und durch ihren Variantenreichtum im Spannungsfeld zwischen stark glänzend und matt auf das Interessanteste miteinander korrespondieren.
Schließlich befinden sich mehrere unterschiedliche Glasuren auf dem Gefäß und werden im Glasurbrand bei 1230 Grad oxidierend gebrannt. Man sieht meinen Arbeiten an, dass während ihrer Herstellung und Gestaltung nichts dem Zufall überlassen wird.

Spätestens jetzt – nach dem Glasurbrand – wäre in den meisten Werkstätten die eigentliche Arbeit des Keramikers vollendet. Doch in meiner Studiowerkstatt geht die Herstellungsreise weiter: Nun folgt das Vergolden! Vergoldungen finden wir nicht nur in der kunstvollen Vollendung von Porzellan oder Glas, sondern auch bei in gleich hoher Qualität hergestelltem Steinzeug. Seit mehr als 25 Jahren arbeite ich mit Gold, Platin, Goldbronze und Lüster. Bezugsquellen für diese edlen Materialien finde ich weltweit – beispielsweise in Russland, Italien, Deutschland oder Arabien.